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Gesellschaft & Soziales

Über den Tellerrand kochen

Über den Tellerrand Hamburg e.V.

Altona, Hamburg

Zwei lachende Frauen in violetten Schürzen stehen in einer Küche; eine hält einen Glasdeckel vor der Kamera.

Unser Verein fördert den persönlichen Austausch zwischen Menschen mit und ohne Fluchtgeschichte. Mit unterschiedlichen kostenlosen Gemeinschaftsaktivitäten ermöglichen wir interkulturelle Begegnungen über Generationen hinweg. Bei uns sind alle willkommen! Unser Motto: #maketheworldabetterplate Denn das Herzstück ist unser Projekt „Über den Tellerrand kochen“: das gemeinsame Zubereiten von Gerichten aus aller Welt. Kochen dabei mehr als nur das reine Essen – es schafft Ankerpunkte, lässt Heimat spürbar werden und wird zur universellen Sprache, wo sie im Alltag vielleicht (noch) fehlt. Am Herd und beim Gemüse schnippeln am gemeinsamen Küchentisch entstehen Gespräche ganz von selbst: Das kollektive Handeln baut Hemmschwellen ab und erleichtert das Aufeinander-Zugehen. So werden vielfältige kulturelle Perspektiven und Lebenserfahrungen sichtbar, Vorurteile abgebaut und gesellschaftliche Teilhabe praktisch erfahrbar. Über die Zeit wachsen so Stück für Stück Freundschaften und Netzwerke zur gegenseitigen Unterstützung und Freizeitgestaltung. Mit dem Projekt wirken wir Einsamkeit, Diskriminierung und gesellschaftlicher Spaltung entgegen. Fest verankert ist das Projekt mittlerweile in zwei Hamburger Stadtteilen: in Wilhelmsburg und auf dem Dulsberg, wo jeweils regelmäßig einmal im Monat Koch-Events stattfinden. Was vor über 10 Jahren aus kleinen Einzelveranstaltungen entstanden ist, hat sich durch sehr viel ehrenamtliches Engagement und ein kleines hauptamtliches Team stetig weiterentwickelt und sogar die Corona-Pandemie überlebt (u.a. mit Online-Kochevents). So sind nachbarschaftliche Communities gewachsen, die mittlerweile stark nachgefragt werden: Das Interesse an den Kochevents übersteigt häufig die freien Plätze. Das Salz in der Suppe sind unsere Ehrenamtlichen: Aktuell engagieren sich bei uns rund 30 Menschen mit ganz viel Herzblut; inzwischen haben 40 % der Freiwilligen selbst Migrationserfahrung. Wir ermutigen Teilnehmende ausdrücklich, auch selbst ehrenamtlich aktiv zu werden – zum Beispiel indem sie Gerichte anleiten, beim Einkaufen helfen oder Verantwortung in der Organisation übernehmen. Dadurch wird aus Begegnung Beteiligung. Viele Integrationsprojekte sind durch ein ungleiches „Geber-Nehmer“-Gefälle geprägt, in dem Geflüchtete oft zu passiven Hilfeempfänger:innen werden. Bei uns wird soziale Teilhabe unmittelbar und in der Nachbarschaft erfahrbar: Menschen mit Migrationsgeschichte sind immer auch Mitgestaltende. So entstehen Dialog auf Augenhöhe und echte Zugehörigkeit – nicht „nebeneinander“, sondern miteinander. Mit dem Projekt reagieren wir gezielt auf soziale Isolation und fehlende frei zugängliche Begegnungsräume in zwei Stadtteilen, die durch einen hohen Anteil an Menschen mit Migrationsgeschichte, viele Einpersonenhaushalte und Alleinerziehende sowie ein geringes Einkommensniveau geprägt sind. Diese Rahmenbedingungen erhöhen das Risiko von Einsamkeit und erschweren den Aufbau nachbarschaftlicher Beziehungen. Ein Preisgeld würde uns helfen, unsere Wirkung vor Ort aufrechtzuerhalten und zu stärken. Wir würden es dafür nutzen, auch im nächsten Jahr kostenfreie Kochveranstaltungen in Wilhelmsburg und Dulsberg anzubieten, indem die Finanzierung für Lebensmittel, Kochutensilien und Raummieten gesichert wird. So können noch mehr Menschen einen verlässlichen Ort der Begegnung in ihrer Nähe erleben, Hemmschwellen weiter abbauen und neue Kontakte knüpfen und pflegen – mit dem Ergebnis, dass Zugehörigkeit und nachbarschaftlicher Zusammenhalt in der Großstadt Hamburg wachsen und wir gemeinsam in einer Gesellschaft der Vielen leben können.