Unterbringung obdachloser Menschen in Hamburg

Die Bürgerinitiative „Hilfe für Hamburger Obdachlose“ ist ein privater Zusammenschluss engagierter Bürger und Bürgerinnen zur Unterstützung von Hamburger Obdachlosen. Die hauptsächlich aus dem Internet heraus tätige Helfer-Gruppe möchte obdachlosen Menschen helfen eine Bleibe zu finden und bei der Suche nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten mitwirken. Dies geschieht durch posten geeigneter Inhalte in sozialen Netzwerken oder durch Anstrengung konkreter Vermittlungsversuche auch ausserhalb des Internets.

Bis heute hat die Initiative insgesamt fünf aus Spenden finanzierte Wohncontainer für Obdachlose aufgestellt. Weitere Unterbringungsprojekte sollen folgen. Gründer und Initiator der Initiative ist der ehemalige Obdachlose Max Bryan (Jahrgang ´75). Heute als Blogger und freier Journalist im Ressort Gesellschaft & Soziales tätig.

„Housing First“ & Sommernotprogramm für Obdachlose – Unterbringung obdachloser Menschen während der Sommerzeit und in besonders schwierigen Lebenslagen

Die Bürgerinitiative „Hilfe für Hamburger Obdachlose“, vertreten durch Max Bryan und Luise Schoolmann, übernimmt in Kooperation mit gemeinnützigen Trägern die Aufgabe, bis zu 3 obdachlose Menschen während der Sommermonate und für die Dauer von bis zu 6 Monaten nach Förderbeginn in für die Jahreszeit geeignete Wohnunterkünfte unterzubringen. Dies können Privatwohnungen sein, aber auch Wohnmobile und/oder Minihäuser auf Rädern – sogenannte „Tiny Houses „. Für deren Transport, Aufstellung, Bau und/oder Beschaffung sowie für Mietzahlungen im Fall der Anmietung klassischer Wohnungen wird für die Dauer von 6 Monaten nach Antragsbewilligung eine Summe von insgesamt 6.600 EUR benötigt. Die Zahlung erfolgt an den Träger. Die operative Leitung und Umsetzung des Projekts übernimmt – wie schon 2017 – die Bürgerinitiative „Hilfe für Hamburger Obdachlose“ mit ihren jeweiligen Vertretern vor Ort. Zielgruppe sind Obdachlose in besonders schwierigen Lagen, in denen staatliche Hilfe noch nicht greift. Mittels „Housing First“ soll die Zeit bis zur Leisungsbewilligung durch das Sozialamt überbrückt werden. „Housing First“ bedeutet, erst die Unterkunft und danach alles Andere . Nach Aufnahme der Betroffenen in einer Unterkunft werden diese von geschultem Personal betreut, denen die Initiative auch eine entsprechende Aufwandsentschädigung zahlt. Somit beinhaltet die Antragssumme sowohl Miet-, Bau- und Beschaffungskosten, als auch Kosten für Strom, Wasser, Verpflegung und Betreuung des Projekts.

Wohnen ist ein Menschenrecht – Beispiel Carola

Carola ist über 50 und teilt das Schicksal von vielen Obdachlosen in der Stadt, die in Hamburg seit Anfang April wieder auf der Straße leben und Carola mit ihrer Lebensgeschichte ist exemplarisch dafür, warum es Housing First überhaupt braucht. Denn wie viele der Betroffenen hat auch sie ein Problem, das sie an die Straße bindet. Warum und wieso wird erstmal nicht hinterfragt. Die Unterbringung ist prioritär. Erst das Zimmer, dann alles Andere. Es könnte Monate dauern, Carola in das gängige Sozialsystem zu integrieren. In dieser Zeit soll sie nicht auf der Straße leben.

Housing First in Hamburg

Besonders Langzeitobdachlose leiden nicht selten unter multiplen Traumatas. Dinge, die sie an die Straße binden und die meist über Jahre gewachsen sind. Da braucht es vor allem ZEIT um sich erstmal therapeutischer Hilfe auch anzunähern und diese Zeit gibt ihr Niemand in Hamburg. Kein „Frauenhaus“, kein „Fördern und Wohnen“ und auch keine sonstige städtische Einrichtung. Sie alle halten nach spätestens 14 Tagen die Hand auf – wollen Geld für das Zimmer vom Sozialamt sehen. Doch was tun, wenn der oder die Obdachlose gar nicht im Stande ist, die Wege zum Sozialamt zu gehen? Wenn irgendein Hindernis schwerer wiegt, als die angebotene Hilfe und Begleitung zurück ins System? Dann hat die Stadt keine Lösung dafür und genau diese Lücke wollen wir schließen.

Von der Straße weg

Unser privates Sommernotprogramm für Obdachlose sieht vor, Carola und Menschen wie Carola in eine autarke, nur aus Spenden finanzierte Unterbringung zu vermitteln. Dies hat den Vorteil, nicht an die 14-Tage Regelung der Stadt gebunden zu sein und damit ohne städtischem Druck die Angelegenheit der Betroffenen regeln und bestehende Blockaden erst einmal aufarbeiten zu können. Im Fall von Carola kann das einige Zeit dauern. Eine große Herausforderung wartet auf uns. Insbesondere bei Langzeit-Obdachlosen und bei traumatisierten Menschen, ist es oft schwierig die Betroffenen für neue Wege zu „begeistern“. Da braucht es Hilfe auf vielen Ebenen und diese Hilfe wollen wir Carola anbieten.

Werdet Chancengeber

Wer unsere kleine Bürgerinitiative dabei unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen selbst auch tätig zu werden. Sei es mit einem Angebot für ein Zimmer zur Überbrückung oder einer Spende zur Finanzierung des Selbigen.

JETZT MITMACHEN

Durch die Unterstützung von Spendern können wir diesen Sommer bis zu 3 Personen unterbringen. Darunter auch Carola, die erstmal Zeit braucht. um zu sich zu finden. Ganz in Ruhe und in Begleitung. Nicht in Tagen, sondern in Wochen und Monaten. Denn das, was Carola an die Straße bindet, ist über Jahre gewachsen und in 7 oder 14 Tagen einfach nicht zu lösen. Es wird längere Zeit brauchen, die tiefgreifenden Probleme anzupacken und diese Zeit wollen wir ihr geben. Es ist ein Geschenk an ihre Zukunft, weil wir nicht wollen, dass sie so stirbt und wir danken allen Menschen guten Herzens, die uns bei dieser Hilfe für Carola mit unterstützen.

Die Bürgerinitiative „Hilfe für Hamburger Obdachlose“ ist ein privater Zusammenschluss engagierter Bürger und Bürgerinnen zur Unterstützung von Hamburger Obdachlosen. Die hauptsächlich aus dem Internet heraus tätige Helfer-Gruppe möchte obdachlosen Menschen helfen eine Bleibe zu finden und bei der Suche nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten mitwirken.

Dies geschieht durch posten geeigneter Inhalte in sozialen Netzwerken oder durch Anstrengung konkreter Vermittlungsversuche auch außerhalb des Internets.