„Switch Tutor“ – Lernen mit Spaß

Kategorie: Gesellschaft & Soziales

Aufgrund unserer anderen Projekte in Flüchtlingsunterkünften (z.B. „Switch Mind“) ist uns aufgefallen, dass geflüchtete Kinder gerade in schulischen Belangen sowie im Sprachbereich gezielte Unterstützung benötigen. Zudem haben wir bemerkt, dass nur die wenigstens Unterkünfte schulische Unterstützungsmaßnahmen anbieten und wenn, dann recht unprofessionell. So hat die Kulturbrücke Hamburg e.V. im März 2019 das Tutor-Programm initiiert und stößt seitdem auf großen Bedarf. Insbesondere in Zeiten der Pandemie nimmt die Relevanz des Angebotes weiterhin zu. Viele der Kinder, die bereits schulische Förderung benötigen und mit großen Sprachbarrieren zu kämpfen haben, leiden sehr unter dem digitalen Unterricht, der in der Pandemie über Monate stattfand/stattfindet, und haben somit eine noch geringere Chance Lücken aufzufüllen.

Das Projekt bietet eine regelmäßige und gezielte schulische und soziale Betreuung direkt in den Geflüchteten Unterkünften an. Hierfür kommen qualifizierte Studierende zweimal die Woche, für jeweils zwei Stunden in die Unterkünfte und unterstützen die Kinder in jeglichen schulischen Belangen.

Zudem werden Spiele gespielt, die gezielt das Erlernen und Verbessern der deutschen Sprache fördern. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auch auf Bewegung. So führen unsere TutorInnen ebenfalls einzelne Sportaktivitäten mit den Kindern durch.

Ziel ist es, den Kindern einen schönen und vertrauensvollen Lernraum zu bieten, in dem sie Fragen stellen können und sich weiter entwickeln können.

Es geht aber auch nicht immer nur um Schule – oftmals haben die Kinder kulturelle Fragen über die deutsche bzw. westliche Lebensweise oder auch Konfliktsituationen, die sie mit ihren TutorInnen besprechen können. So entsteht oftmals eine freundschaftliche Bindung zwischen den Kindern und TutorInnen. Zudem unternehmen die TutorInnen „typische“ deutsche/westliche Gebräuche, wie z.B. Ostereiersuche, Weihnachtsmarktbesuche (siehe Switch Kids Art). So findet spielerisch ebenfalls ein Kulturaustausch statt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Motivation. Unsere TutorInnen werden von uns angehalten die Kinder in ihrem gesamten Prozess stark zu motivieren und ihren Selbstwert zu stärken. Ihnen soll die Idee nähergebracht werden, dass sie hier die Möglichkeit haben, „alles“ erreichen zu können aber vor allem auch alles werden zu können. Sie sollen lernen dies zu schätzen und die Wichtigkeit von Bildung anzuerkennen.

Damit dieses hochgesteckte Ziel erreicht wird, kümmert sich die Kulturbrücke Hamburg e.V. eigens um die Rekrutierung der Studierenden. Dafür werden Bewerbungsgespräche geführt, sowie vor der ersten Betreuung ein „Sensibilisierungsworkshop“ durchgeführt, bei dem die besondere Problematik geflüchteter Kinder, sowie Ziele des Projekts besprochen werden. Laufend werden Treffen organisiert, bei denen Erfahrungen ausgetauscht werden und das Konzept analysiert wird. So handelt es sich ausschließlich um Studierende der sozialen Bereiche (soziale Arbeit, Erziehungswissenschaft, Psychologie etc.), oder welche dahingehend ausreichende Erfahrungen gesammelt haben. Die meisten haben zudem bereits einen Bachelorabschluss. Wir möchten den Studierenden hierbei einen guten Lohn bieten, um ihnen die Möglichkeit zu geben sich auf unser Projekt zu fokussieren und die jeweiligen Betreuungen gut vorzubereiten.

Zudem versuchen wir, die TutorInnen mit einer ehrenamtlichen Begleitperson zu unterstützen.

Momentan bieten wir „Switch Tutor“ in 15 Hamburger Unterkünften an und wir haben ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Die Kinder, ihre Eltern, unsere Tutoren und sogar das Sozialmanagement der Unterkünfte berichten uns immer wieder die positiven Auswirkungen des Projekts.

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