Singen mit Pflegebedürftigen am Feuerteichweg

Singen, schunkeln und mitklatschen – wenn die Liederfreunde Marmstorf einmal im Monat zu Besuch in die Johanniter-Tagespflege kommen, ist Stimmung im Haus am Feuerteich garantiert. „Für unsere Tagesgäste ist der Besuch der Liederfreunde ein Highlight. Von den ganzen alten Kinderliedern, die unsere Senioren in ihrer Jugend gesungen haben, kennen sie auch heute noch jede Strophe. Das weckt Erinnerungen an frühere Zeiten“, sagt Pflegefachkraft Christina Owczarzewicz. So wird zu Liedern wie „Brüderchen komm tanz mit mir“ oder „Lustig ist das Zigeunerleben“ kräftig mitgesungen und geklatscht. Für die richtigen Töne sorgen der Akkordeonspieler Adolf Naroska und Peter Holin an der Gitarre. Ihnen wie auch Angelika Eilers, die das monatliche Singen anleitet, und ihren Chorfreunden macht der Besuch immer sehr viel Freude: „Die Tagesgäste geben uns sehr viel zurück – es macht uns glücklich, wenn wir ihre fröhlichen Gesichter beim Singen sehen.“ Zwischen den Liedern werden zur Entspannung Gedichte vorgetragen und zuweilen gemeinsam aufgesagt.

Ute Eckmann, Vorsitzende der Liederfreunde, betont das soziale Engagement des Chores: „Vor vielen Jahren begannen die Liederfreunde Marmstorf in Altenheimen zu singen, so entstand der Kontakt zur Tagespflegestätte. Aus zunächst einem jährlichen Vorsingen entstand vor 15 Jahren das monatliche gemeinsame Singen. Die Gäste werden einbezogen, so dass auch Demenzkranke erreicht werden, denen die Volkslieder aus ihrer Kindheit einfallen.“

Auch Carsten Creutzburg, der Chorleiter der Liederfreunde, freut sich über das Engagement: „Bei und mit den Johannitern zu singen ist für die Liederfreunde ein ganz eigenes Anliegen. Es geht um ein ganz elementares gemeinsames Erleben und Wiedererfahren von Melodien mit ihren Texten, die Menschen ihr Leben lang begleitet haben. Diese Melodien brauchen keine aufwendige Interpretation, sondern gehen in ihrer schlichten Schönheit direkt ins Herz und Seele der Singenden, rufen Erinnerungen wach, wecken Emotionen und Freude und schenken sorgenvollen Gesichtern wieder ein Lächeln. Für alle Beteiligten stellt dieses gemeinsame Erleben und Gestalten von gemeinsam verbrachter Zeit einen Wert dar, den es  zu pflegen lohnt.“

Ein Lied darf bei keinem Besuch fehlen: „Zum Schluss singen wir immer ‚In Hamburg sagt man Tschüß“.

Das wissen die Senioren ganz genau – und freuen sich schon auf das nächste Singen mit den Liederfreunden.

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